Archiv für: Mai 2007, 06

06.05.07

Dr. rer. nat. John G. Ionescu

Permalink 16:20:09, Kategorien: Kongress 2004  

Schwermetall- und Pestizidbelastung bei chronischen Hauterkrankungen

Ein kausaler Zusammenhang zwischen der steigenden Umweltbelastung und der rapiden Verbreitung von Allergien wird in den letzten Jahren immer häufiger diskutiert.

Die Gesamtbelastung (Total Environmental Load) durch exogene und endogene Noxen zeigt sich in Tierexperimenten und bei Menschen primär durch immunotoxische, sensibilisierende und neurotoxische Wirkungen.

Neben bekannten konditionierenden Faktoren allergischer Reaktionen (Sensibilisierungspotenz des Allergens, intermittierende Exposition mit unterschiedlichen Allergenkonzentrationen und Anwesenheit mikrobieller Infektionen) wird bestimmten Umweltschadstoffen eine immer wichtigere adjuvante Rolle für die Induktion einer Allergie zugeschrieben.

Die eigenen Erfahrungen bei der Behandlung von über 18.000 Neurodermitispatienten zeigen, dass neben allergischen immer stärker pseudoallergische Reaktionen durch toxisch-irritative Umweltfaktoren (Formaldehyd, Abgase, Holzschutzmittel, mikrobielle Gifte, zusatzstoffreiche Nahrung, Nikotin, Alkohol, Pestizide, Lösungsmittel, Amalgam-Schwermetalle und andere) als Ursache für die komplexe Symptomatik in den Vordergrund treten.

Eine frühzeitige Ausschaltung belastender Stoffe exogener und endogener Natur vor und während der Schwangerschaft sowie in den ersten Lebensjahren kann die Inzidenz atopischer Erkrankungen signifikant reduzieren.

Mobilfunk – Es ist Zeit für uns alle zu handeln!

Permalink 12:58:30, Kategorien: Kongress 2004  

Um nun etwas in die Thematik der Elektrosmogbelastung durch den Mobilfunk einzusteigen, vorab einige einleitende Erläuterungen.

Wie funktioniert Mobilfunk?

Mit Mobilfunk werden Sprache oder andere Daten zwischen mehreren Teilnehmern übertragen.

Diese Teilnehmer können sich wie bekannt frei und ohne Kabelverbindung mit Ihrem Handy innerhalb eines Mobilfunknetzes bewegen. Jedes Mobilfunknetz besteht aus einer Vielzahl von Sende- und Empfangsanlagen, den „Basisstationen“. Sie versorgen ein bestimmtes Gebiet, genannt „Funkzelle“. Je nach Gesprächsaufkommen haben diese Zellen einen Durchmesser von einigen hundert Metern in Ballungsräumen und bis zu 30 km in ländlichen Gebieten. Die Informationsübertragung zwischen Handy und Sendestation geschieht mit Hochfrequenzfeldern. Verschiedene Basisstationen werden über Richtfunk oder für weitere Entfernungen, auch über Kabelstrecken miteinander verbunden.

Was sind Hochfrequenzfelder?

Hochfrequenzfelder sind elektromagnetische Wellen, die sich im Raum in alle Richtungen gleichermaßen ausbreiten. Sie sind gekennzeichnet durch ihre Frequenz, d.h. die Anzahl der Schwingungen pro Sekunde, für die Hochfrequenz ist das der Bereich von 100 kHz bis 300 GHz, sowie durch ihre Wellenhöhe. Elektromagnetische Wellen haben Lichtgeschwindigkeit und werden somit zum Übertragen dieser Daten und Informationen verwendet.
Welche Mobilfunktechniken gibt es?

Derzeit wird in Europa hauptsächlich die GSM-Technik (Global System for Mobile Communications) eingesetzt. Allein in Deutschland gibt es bereits über 50 Mio. Mobilfunktelefonierer in diesem Netzstandard.

Die derzeit betriebenen Mobilfunknetze sind die beiden D-Netze der T-Mobil D1 (Telekom) und von Vodafone D2 (vormals Mannesmann) und die beiden E-Netze von E-Plus E1, sowie von Viag-Interkom E2. Diese Netze basieren seit 1992 auf diesem GSM-Standard und dabei handelt es sich um die neue digitale Telefontechnik, sie funktioniert erstmals mit gepulsten Mikrowellen. Die so genannten Trägerfrequenzen der D- und E-Netze liegen bei 890 bis 960 MHz und 1710 bis 1880 MHz bei einer Pulsfrequenz von 215 Hz für die Mobilgeräte, also die Handys und bis zu 1733 Hz für die Basisstationen, den Sendeanlagen. D- und E-Netz-Handys strahlen mit einer maximalen Leistung von 2 Watt, je nach Situation und Abstand zu einer der nächsten Basisstationen.

Die mittlere Leistung eines Handys im Alltag liegt etwa bei 50 bis 500 mW.
Schnurlose DECT-Haustelefone strahlen dagegen mit einer konstanten Leistung von 250 mW, sowohl die Basisstation, als auch der Telefonhörer. Beim Telefonieren strahlen Handys kontinuierlich, im ausgeschaltetem Zustand gar nicht. Im sogenannten Stand-By-Betrieb geben sie in bestimmten Zeitintervallen kurze Impulse ab, um den Kontakt zur nächsten Basisstation zu gewährleisten. Diese Impulse jedoch immer mit maximaler Leistung.

DECT-Telefonhörer strahlen nur während der Telefonates.

Anders dagegen die DECT-Basisstationen, denn diese strahlen nonstop, Tag und Nacht, rund um die Uhr, und das mit voller Leistung bis zu einer Entfernung von 300 Meter, auch wenn gar nicht telefoniert wird. Und gerade diese Dauerstrahlung ist bei diesen Geräten das große Problem, solange sie mit dem häuslichen Stromnetz verbunden sind. Zur Zeit befindet sich der neue Mobilfunk-Standard UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) im Aufbau. Er wird die D- und E-Netze ergänzen, und nicht wie häufig immer noch angenommen, ersetzen.

Das bedeutet, für UMTS werden zusätzlich etwa 50.000 weitere Basisstationen installiert, die ersten sind schon in Betrieb. Bis zum Jahr 2010 soll die flächendeckende UMTS-Versorgung zustande kommen. Die meisten dieser Sendeanlagen sind niedriger als 10 Meter und sie brauchen für den Betrieb weder eine Bau- noch eine Umweltgenehmigung.

Die Betreiber müssen vor der Inbetriebnahme dieses lediglich mitteilen. Die Sendefrequenzen liegen bei diesem Standard im Bereich von 1900 bis 2170 MHz, und die Systeme sind teilweise ähnlich gepulst wie die D- und E-Netze. Grundlagenforschung in Bezug auf Risiken durch UMTS-Wellen wurde, wie auch bei der Einführung der D- und E-Netze, noch nicht betrieben. Ganz aktuelle Funktechniken wie Bluetooth, WLAN oder Tetra senden ebenfalls gepulst, jedoch mit geringerer Leistung, aber auch im Hochfrequenzbereich.
Wie wir zuvor gehört haben, sind Mobilfunkstrahlen gepulste elektromagnetische Wellen.

Diese entstehen im Funkbereich und haben unterschiedliche Frequenzen. Die Eindringtiefe in leitfähige Materie oder Stoffe, z.B. den Menschen, ist frequenzabhängig. Bei gleichzeitiger Pulsung, wie es im Mobilfunk und bei schnurlosen DECT-Telefonen üblich ist, kommt zu der thermischen Wirkung der Hochfrequenz noch die nicht-thermische, biologische Wirkung hinzu. Und gerade diese nicht-thermischen Wirkungen sind es, die zu erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen beim Menschen führen, so die mittlerweile vielstimmigen Aussagen von Umweltmedizinern, Wissenschaftlern und anderen Fachleuten.

Aus der Praxis, und auch aus meiner eigenen Erfahrung, kennen viele Kinderärzte, Umweltmediziner, Bau- und Geobiologen Krankheitsbilder wie Schlafstörungen, Herzrasen und Herzrhythmusstörungen, Kopfschmerzen, Tinnitus, Allergien, depressive Verstimmungen, deutliche Anzeichen von Lernstörungen bei Kindern und Jugendlichen, Migräne, Blutdruckveränderungen u.a. mehr, deren Ursache immer häufiger in der hochfrequenten gepulsten Mobilfunkstrahlung zu suchen ist. Aufgrund der kurzen Wellenlängen der Hochfrequenz beim Mobilfunk sind gerade unsere Kinder und Jugendlichen besonders betroffen. Hier ist es die größere Eindringtiefe der Strahlung in die Gehirne.

In der gesamten Evolutionsgeschichte des Menschen konnte sich der Organismus auf alle globalen Veränderungen, wie z.B. das Klima, über Jahrhunderte und Jahrtausende anpassen. Nun aber gibt es kaum eine Möglichkeit mehr für unseren Körper sich in relativ kurzer Zeit, mit all diesen bestehenden und zukünftigen Belastungen auseinander zu setzen, geschweige denn sich den gegebenen Veränderungen anzupassen.

Im Gegensatz zum Mobiltelefon, dessen Nutzung in der Regel freiwillig ist und in unseren eigenen Händen liegt, erfolgt die Exposition gegenüber den Immissionen einer Mobilfunksendeanlage meistens unfreiwillig. Bei den Auswirkungen auf den menschlichen Organismus wird vom Bundesamt für Strahlenschutz laut 26. BImSchV, und natürlich auch von den Mobilfunkbetreibern, „nur“ der rein thermische Effekt, d.h. die Erwärmung des Gewebes, anerkannt.

Die genannten nicht-thermischen Effekte der elektromagnetischen Wellen im Mobilfunk, welche Wissenschaftler und Ärzte für die Störung der biochemischen Kommunikation der menschlichen Zellen und für die Beeinflussung bestimmter Gene verantwortlich machen, werden bis heute ignoriert.

Internationale wissenschaftliche Studien belegen aber, dass gepulste Hochfrequenz, wie sie von Handys und deren Funkantennen und Sendemasten ausgehen, in Versuchen > Hirnschäden, Erbgutveränderungen, eine drastische Reduzierung des Immunhaushalts, Tumorwachstum, Krebs und andere Defekte auslösen können.

Hierzu möchte ich Ihnen nun einige Aussagen zum Mobilfunk zitieren:

„Die kritische Sichtung der wissenschaftlichen Literatur lässt keinerlei Zweifel mehr, dass die gepulste elektromagnetische Strahlung von Basisstationen, Handys und schnurlosen Haustelefonen wesentlich gesundheitsbeeinflussend und schädlich ist.“
Prof. Dr. Ing. Alexander H. Volger, Honorarprofessor der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen.

„Gepulste Mikrowellen verändern das Immunsystem und beeinflussen Neurotransmitterabläufe.“
Prof. Dr. Dan Lyle, Loma-Linda-Universität, Kalifornien
„Bei 36 Probanden führte die gepulste Strahlung im Versuchslabor unmittelbar nach dem Einschalten zu Veränderungen im EEG.“
Dr. H.P. Reiser, Dr. W. Dimpfel und Dr. F. Schober, Wissenschaftler des Pro-Science-Forschungsinstituts im Auftrag der Telekom

„Bei unseren Forschungen haben wir menschliches Blut in Reagenzgläsern mit Mikrowellen bestrahlt, die ähnlich der Handystrahlung sind. Es zeigte sich, dass sich unter dem Feldeinfluss die Zellkerne spalten. Es gibt Beweise für Schäden durch Mobilfunk. Dabei geht es nicht nur um Hirntumore, Blutveränderungen und Krebs, sondern auch um genetische Störungen und andere Probleme. Wenn wir jetzt keine umfassenden Forschungen anstellen und die Augen verschließen, dann wird das nichts bringen. Dann erweckt man nur den Eindruck, dass man Tote zählen will, bevor man handelt. Mit den vielen Informationen, die wir zum jetzigen Zeitpunkt in der Hand haben, ist Entwarnung absolut unhaltbar.“
Dr. George Carlo, Medizin-Physiker und Leiter einer im Auftrag der US-Mobilfunkindustrie durchgeführten 27-Mio-Dollar-Studie.

„Je länger die Blut-Hirn-Schranken mit gepulsten Mikrowellen bestrahlt werden, desto durchlässiger werden sie. Nach zwei Tagen war das schon auffällig, nach vier Tagen wurde es immer deutlicher.“
Prof. Dr. Johannes Goeke, Fachhochschule Köln, und Dr. Florian Stögbauer, Neurologe der Universitätsklinik Münster

„Gepulste Felder verändern das EEG und das zentrale Nervensystem.“
Prof. Dr. Ross Adey, Loma-Linda-Universität, Kalifornien

„Keine Firma der Welt entwickelt ein Arzneimittel, das bei Versuchstieren Krebs auslöst, und sagt dann, wie das Bundesamt für Strahlenschutz, die Handyhersteller und Mobilfunkindustrie, das werde beim Menschen schon nicht auftreten.“
Prof. Dr. Wolfgang Löscher, Tierärztliche Hochschule Hannover, zur Repacholi-Studie in der SZ.

Sogar die Bundesärztekammer verlangte bereits im August 2000 vom Bundesamt für Strahlenschutz eine drastische Senkung der Grenzwerte für Mobilfunkstrahlung und forderte das Amt auf: „Es gibt gewichtige Hinweise auf Schäden durch Mobilfunkstrahlung. Ich halte es für sorglos, wenn man an den bestehenden Grenzwerten festhält. Die zuständigen Behörden werden von uns dringend aufgefordert, sich mit den wissenschaftlichen Ergebnissen, und es handelt sich um zahlreiche seriöse Forschungen, das sei deutlich betont, auseinander zusetzen!“ Prof. Dr. Heyo Eckel, Vorstandsmitglied der Ärztekammer Das ist nur eine Hand voll Aussagen, diese Liste ließe sich nun noch seitenweise fortführen. Wir geobiologischen Berater sind Fachleute für die Erkennung, Vermeidung und Reduzierung von Umweltrisiken in Innenräumen. Wir messen, analysieren und begutachten neben den natürlichen Einflüssen auch die physikalischen Feldeinflüsse wie Elektrosmog, Radioaktivität und Schall, auch Wohngifte, Schadstoffe und Pilze, die Luftqualität und das Raumklima. Wir führen unsere Schlafplatz-, Wohnraum- und Arbeitsplatzuntersuchungen vielseitig und somit ganzheitlich durch und haben nach vielen Ergebnissen in der Praxis einen guten Überblick, worauf Menschen mit Ihren unterschiedlichen Beschwerdebildern besonders häufig und heftig reagieren. Wir wissen nunmehr, dass es die Summe verschiedener Einflüsse ist, welche letztlich zum Risiko wird. Wir stellen fest, dass immer mehr Wohngifte und die Intensität hochfrequenter elektromagnetischer Wellen dabei unmittelbar mit im Spiel sind und deren Eliminierung oder zumindest deutliche Reduzierung schon nach relativ kurzer Zeit gesundheitliche Verbesserungen zur Folge haben. Wir bemerken wieder und wieder, dass erhöhte Messwerte und Konzentrationen in Häusern und Wohnungen fast immer völlig überflüssig sind. Es fehlt an Aufklärung, die Folge von Informationsdefiziten oder sogar falscher Informationen, aber auch immer wieder schlechte und mangelhafte Beratung. Wir geobiologischen Berater helfen die Krankmacher, die sich überall in unseren eigenen vier Wänden verstecken können, zu finden und zu eliminieren, oder zumindest deutlich reduzieren. Wir wollen weniger diskutieren und über unsinnige Grenzwerte streiten, denn auch wir fordern auf endlich zu handeln. Es gibt genug Möglichkeiten, belastungsarm zu leben. Es lebt sich wesentlich besser mit weniger Gift und elektromagnetischer Strahlung, vorsorglich und nachsorglich. Wir suchen und bieten die Zusammenarbeit mit Ärzten und Therapeuten, mit Architekten und Planern, mit der Industrie, mit Behörden, Ämtern und den Kommunen, mit Vereinen, Verbänden, Schulen und Instituten.

Wir wissen, dass immer mehr Belastungen auftauchen anstatt weniger, wir wissen aber auch, dass es immer mehr und bessere Problemlösungen gibt.

Vortrag von Dipl. geobiol. Bert Frassmann – Kindsbach – beim Kongress 2004 in Nalbach

Mai 2007
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