Rund 1% der Bürger leidet an Beschwerden, die durch HIT begründet sind. Die Symptome reichen von Migräne, Regelbeschwerden, Verdauungsstörungen, Bauchkrämpfen oder Blähungen, Herzrhythmusstörungen, Hautprobleme, Hitzewallungen, laufender Nase, Kopfschmerzen, allergieähnlichen Probleme, niedrigem Blutdruck, Asthma bis hin zu lebensbedrohlichen Gesundheitsstörungen.
Die Ursache dafür liegt oft im Speiseplan und damit verbunden in einer Histaminintoleranz. Und dennoch wird die Ursache der Erkrankung immer noch häufig nicht erkannt. Für die Betroffenen bedeutet das oft einen langen Leidensweg.
Festgestellt wird die Histaminintoleranz meist nur anhand der Krankengeschichte, obgleich es mittlerweile Diagnosezentren gibt, die eine HIT anhand von Blutuntersuchungen ermitteln können. Dabei brächte eine generelle Kontrolle auf HIT den Betroffenen eine rasche Hilfe, den Kostenträgern aber auch eine immense Kostenersparnis. Denn das Problem ist bereits seit 1830 bekannt.
Damals erkrankten Matrosen auf ihrem Schiff, der riton of Leith nach dem Verzehr von makrelenartigen Fischen an einer Histaminvergiftung. Und schon im Jahre 1910 erkannte man die Bedeutung von Histamin ebenso wie wie HIT.
Beim Histamin handelt es sich um eine sog. chemische Substanz, die sich in fast allen Lebensmitteln wie auch in Medikamenten etc. in unterschiedlichen Konzentrationen befindet und für die Entstehung von Allergien verantwortlich ist.
Dennoch handelt es sich bei HIT nicht um eine Allergie, sondern um eine Unverträglichkeit (= Intoleranz). Sie ist deshalb auch nicht mit den üblichen Allergietests nachweisbar. HIT beruht auf dem Fehlen eines Enzyms (= Eiweißstoffs) im Darm, der „Diaminoxydase“. Dieser Defekt führt dazu, dass das in den Körper gelangte Histamin nicht ausreichend abgebaut werden kann.
Hinter das Geheimnis der HIT (= Histaminintoleranz) kam 1910 der Mediziner und Wissenschaftler Sir Henry H. Dale (* 9.6.1875 - † 23.7.1968). Er stellte fest, dass es durch den geruchs-, geschmack- und farblosen Botenstoff Histamin zu Symptomen kommt, die allergieähnlich sind. Der deutliche Unterschied liegt jedoch darin, dass es bei der Histaminintoleranz im Gegensatz zu einer Allergie nicht zu einem Anstieg der Antikörper, der sog. Immunglobluline E (IgE), im Blut kommt.
Die Histaminintoleranz trifft sowohl Männer wie Frauen meist unvorbereitet. Allerdings sind Frauen von ihr 4mal häufiger betroffen.
Zu den Nahrungsmitteln, die reich an Histamin sind und somit bei der Histaminintoleranz zu massiven Problemen führen können gehören v.a. Lebensmittel, die durch Reife- und Gärungsprozessen durch Bakterien und Hefepilze beeinflusst wurden. Wie z.B. bestimmte Sorten Fisch, Käse, Wurst, Gemüse, Alkoholika.
Aus diesem Grund sollten Nahrungsmittel möglichst frisch verzehrt werden. Denn weder erhitzen noch tiefkühlen senken den Histamingehalt. Im Gegenteil, Lagerung auch in Form von tiefkühlen erhöht ihn in aller Regel noch.
Neben histaminreichen Nahrungsmitteln gibt es auch solche, die eine zusätzliche Ausschüttung von Histamin im Magen-Darmtrakt begünstigen können. Aufgrund von „biogenen Aminen“ (Mikroorganismen).
Gleichzeitig wird die Histaminintoleranz durch einige Nahrungsmittelzusatzstoffe begünstigt. Diese findet man u.a. in Gewürzmischungen wie z.B. Maggi sowie in Halbfertig- und Fertigprodukten.
Einige Medikamente können den Histaminabbau im Körper behindern, was bei von der HIT Betroffenen große Probleme mit sich bringen kann. Hierzu gehören Schmerzmittel; Asthmamittel; Schleimlöser; Antihypertensiva; Antibiotika; Blutdrucksenker, Kontrastmittel etc. Durch sie können Beschwerden nicht nur ausgelöst oder verstärkt werden. Die Gabe von Medikamenten bei Histaminintoleranz kann sogar bis hin zu lebensbedrohlichen Zuständen führen. Aus diesem Grund muss vor jeder Medikamentenverordnung die Frage einer möglichen Histaminintoleranz geklärt sein. Denn, bis heute gibt es keine Möglichkeit die HIT zu behandeln.
Deshalb lautet unser Rat: „Befragen Sie im Zweifelsfall nicht nur Ihren Arzt oder Apotheker, sondern auch den Speiseplan!“
Es lohnt sich hierzu das Buch „Histaminintoleranz“ zu lesen. Verfasser: Univ. Prof. Dr. Reinhart Jarisch - Floridsdorfer Allergie Zentrum, Österreich (Arzt / Ärztin, Wien). Erschienen ist es im Thieme Verlag Stuttgart (2004). Kosten: 14,99 Euro.
Bisher keine Pingbacks für diesen Eintrag...
| Mo | Di | Mi | Do | Fr | Sa | So |
|---|---|---|---|---|---|---|
| << < | > >> | |||||
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | ||
| 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 |
| 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 |
| 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 |
| 27 | 28 | 29 | 30 | 31 | ||
Presseberichte, Mitgliederberichte und Erfahrungsberichte